Webdesign vs. Webentwicklung vs. Website Management: Was ist der Unterschied?

Nicole Steindorf-Rentzsch
, 29. Mai 2026

Genauso vielfältig und komplex wie Website-Projekte sind auch die Berufsbezeichnungen derer, die an ihnen arbeiten. 

  • Kann ich einen Webdesigner beauftragen, der mir das Design entwickelt und es zusätzlich auf der Website umsetzt?
  • Brauche ich für mein Bewerbungsformular auf der Website unbedingt eine Webentwicklerin?
  • Was genau managt eine Website Managerin auf meiner Website und wann lohnt sich die Position für mein Unternehmen?


Zu den vielen unterschiedlichen Begrifflichkeiten kommt erschwerend hinzu, dass keiner der Berufe geschützt ist und sich somit jeder Experte und jede Expertin quasi selbst die Bezeichnung aussuchen kann, mit der er oder sie sich am meisten identifiziert.

In diesem Beitrag findest du heraus, welche Expertise du für die Aufgaben in deinem Website-Projekt wirklich brauchst und wie du entscheidest, wen du wann und in welchem Umfang optimal einsetzt.

Nicole Steindorf-Rentzsch lächelnd auf dem Sofa, Blog, Empathie im Marketing

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Unterschied zwischen Webdesign, Webentwicklung und Website Management?

Bevor wir in die Details gehen, zunächst ein grober Überblick:

  • Webdesigner*innen sind im Website Erstellungsprozess für das Konzept und die visuelle sowie interaktive Umsetzung zuständig.
  • Webentwickler*innen wandeln die visuellen Entwürfe in funktionierenden Code um (Frontend) und sorgen für die technische Infrastruktur im Hintergrund (Backend).
  • Website Manager*innen  koordinieren den Go-Live-Prozess zwischen allen Beteiligten und/oder übernehmen langfristig die technische Wartung und Weiterentwicklung der Website.


In der Theorie klingt der Unterschied zwischen den Rollen recht klar. In der Praxis kann die Aufgabenverteilung allerdings stark variieren – je nach deinen Bedürfnissen, deinem Budget, deiner Unternehmensgröße und dem Rollenverständnis deiner Expert*innen. In den folgenden Abschnitten schauen wir daher genauer an, welche Versionen es von welcher Rolle gibt und worauf du achten musst, wenn du dein Team zusammenstellst.

Was ist Webdesign?

Webdesign beinhaltet die visuelle Gestaltung von Websites – von Farben, Formen und Grafiken über Schriftarten und Buttons bis hin zur Anordnung der Elemente auf den Seiten.

Im Gegensatz zum klassischen Design wie man es zum Beispiel aus Magazinen kennt, werden hier zusätzlich Interaktionen und Animationen sowie die Darstellung der Website auf verschieden großen Endgeräten entworfen. Außerdem steht die Frage im Mittelpunkt, wie intuitiv die Website zu bedienen ist und wie gut sich Nutzer*innen darauf zurechtfinden.


Rollen und Aufgaben von Webdesigner*innen

Spezialisierte Rollen, die sich mit Webdesign befassen, sind z. B.:

  • Brand Designer*innen – Sie entwickeln die visuelle Identität einer Marke wie Logo, Farben, Typografie und Bildsprache und liefern die gestalterische Grundlage für das Webdesign.
  • User Experience Designer*innen (UX) – Sie analysieren das Nutzerverhalten und sorgen dafür, dass Struktur, Navigation und Interaktionen einer Website intuitiv und logisch funktionieren.
  • User Interface Designer*innen (UI) – Sie gestalten die konkrete Benutzeroberfläche mit allen sichtbaren Elementen wie Buttons, Formularen und Layouts in einem visuell ansprechenden und konsistenten Design.


Webdesigner*innen brauchen Expertise in Gestaltung und Benutzerführung und müssen Design-Tools wie z. B. Figma oder Adobe XD bedienen können. Kenntnisse in HTML und CSS sind hilfreich, um die Zusammenarbeit mit den Entwickler*innen zu erleichtern.

Gut zu wissen:
Fachlich sind Webdesign und Webentwicklung getrennte Disziplinen. Oft wird „Webdesign“ aber als Oberbegriff für alles benutzt, was zur Erstellung einer Website gehört. Wenn du einen Webdesigner beauftragen willst, solltest du deshalb immer konkret nach den Leistungen fragen.

Obwohl die Rollen im Webdesign recht klar definiert sind, wird der Begriff in der Praxis oft viel allgemeiner verwendet. So bieten viele Agenturen und Selbstständige Webdesign-Pakete an und meinen damit nicht nur die visuelle, sondern die komplette Umsetzung der Website inklusive Projektmanagement und Programmierung.

Das hat meist praktische Gründe: Viele Kunden wollen eine fertige Website aus einer Hand und interessieren sich weniger für die interne Rollenverteilung. „Webdesign“ hat sich deshalb als Oberbegriff etabliert.

Größere Agenturen und Inhouse-Teams in Unternehmen trennen die Rollen intern trotzdem klar: Designer*innen und Entwickler*innen arbeiten an klar getrennten Aufgaben zusammen, auch wenn die Leistungen nach außen gebündelt als Webdesign bezeichnet werden.

Was ist Web Development?

Webentwicklung ist die technische Umsetzung von Websites – von der Programmierung der Benutzeroberfläche über die Datenbankanbindung bis hin zur Serverinfrastruktur im Hintergrund.

Programmierer*innen sorgen auch dafür, dass funktionale Komponenten wie Formulare einwandfrei funktionieren und die Daten an die richtigen Systeme weitergegeben werden. Zusätzlich sind sie verantwortlich für das performante Laden der einzelnen Seiten und Elemente sowie die korrekte Umsetzung des Seiteninhalts für die verschiedenen Endgeräte.

Eine wichtige Grundlage für die Webentwicklung ist der Einsatz von Content Management Systemen (CMS) wie WordPress, Typo3 oder Drupal. Mit einem CMS können Inhalte einer Website verwaltet und aktualisiert werden, ohne jedes Mal direkt in den Code eingreifen zu müssen. Webentwickler*innen richten das CMS ein, passen es technisch an die Anforderungen des Projekts an und entwickeln bei Bedarf eigene Erweiterungen oder Templates.

Beitragsbild zu Webdesign vs. Webentwicklung vs. Website Management. Laptop mit geöffnetem Bildschirm, auf dem Programmiercode angezeigt wird, neben einem Notizblock mit Kugelschreiber auf einem hellen Tisch.

Foto: Lukas via Pexels

Rollen und Aufgaben von Webentwickler*innen

Spezialisierte Rollen, die sich mit Webentwicklung befassen, sind z. B.:

  • Frontend-Entwickler*innen – Sie wandeln die Entwürfe der Webdesigner*innen in funktionierenden Code um und sind für alles zuständig, was Nutzer*innen direkt sehen und bedienen.
  • Backend-Entwickler*innen – Sie entwickeln die serverseitige Logik, Datenbanken und Schnittstellen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass eine Website funktioniert.
  • Full-Stack-Entwickler*innen – Sie beherrschen sowohl Frontend als auch Backend und können eine Website von der Benutzeroberfläche bis zur Serverinfrastruktur komplett umsetzen.


Webentwickler*innen müssen gängige Programmiersprachen beherrschen: HTML, CSS, Java Script und JS Frameworks wie React, Angular und Vue für das Frontend sowie z. B. PHP, Python und Node.js für das Backend. Ein grundlegendes Verständnis für Design und Benutzerführung hilft ihnen bei der Zusammenarbeit mit Webdesigner*innen.

Was ist Website Management?

Website Management begleitet eine Website vom Projektstart über den Launch bis zur langfristigen Pflege und Weiterentwicklung.

Während Webdesign und Webentwicklung oft projektbezogen sind, ist Website Management eher eine dauerhafte Aufgabe. Eine Website ist kein fertiges Produkt, sondern ein laufendes System, das aktuell, sicher und leistungsfähig gehalten werden muss – und das sowohl auf technischer als auch auf inhaltlicher und organisatorischer Ebene.

Rollen und Aufgaben von Website Manager*innen

Spezialisierte Rollen, die sich mit Website Management befassen, sind z. B.:

  • Website Manager*innen – Sie verantworten den laufenden Betrieb der Website und sind die zentrale Anlaufstelle für alle technischen und inhaltlichen Fragen. Sie koordinieren interne Teams und externe Dienstleister und stellen sicher, dass die Website langfristig leistungsfähig, sicher und aktuell bleibt.
  • Website Content Manager*innen – Sie pflegen und aktualisieren die Inhalte der Website und sorgen dafür, dass Texte, Bilder und andere Medien aktuell, konsistent und zielgruppengerecht sind. Zusätzlich nutzen sie Kenntnisse aus Redaktion, Marketing und SEO, um die Inhalte gezielt zu optimieren.
  • Website Projektmanager*innen – Sie leiten Website-Projekte wie Relaunches, neue Funktionen oder größere Überarbeitungen. Sie koordinieren alle Beteiligten, verantworten den Zeitplan und das Budget und fungieren als Schnittstelle zwischen Auftraggeber*innen, Designer*innen und Entwickler*innen.


Je nach Schwerpunkt brauchen Website Manager*innen ein breites technisches Verständnis und CMS-Expertise, eine hohe Kompetenz für Sprache, Inhalte und SEO und vor allem Organisations- und Kommunikationsgeschick im Umgang mit Stakeholdern und Dienstleistern.

Agentur, Freelance oder Festangestellt: Was lohnt sich wann?

Wenn du Unterstützung für deine Website brauchst, stehst du früher oder später vor der Frage: Beauftrage ich eine Agentur, arbeite ich mit Freelancer*innen zusammen oder stelle ich jemanden fest an?

Agentur

Eine Agentur lohnt sich vor allem bei größeren Projekten wie Relaunches oder dem Aufbau neuer Websites. Du bekommst Design, Entwicklung und Projektmanagement aus einer Hand und profitierst von einem eingespielten Team. Du hast aber auch weniger Zugriff auf die einzelnen Mitarbeitenden und bist oft nur mit dem Agentur-Supportteam oder deinem bzw. deiner  Projektmanager*in in Kontakt. Je nach Agentur kann das zu deinem Vorteil oder Nachteil sein, daher spielt die richtige Agenturauswahl eine entscheidende Rolle.

Website Expertin aus Berlin Empaweb by Nicole Profilbild telefonieren auf dem Sofa

Foto: Stefan Rentzsch

Freelancer*innen

Freelancer*innen eignen sich gut für klar abgegrenzte Aufgaben oder Projekte, bei denen du flexible und spezialisierte Unterstützung brauchst. Du kannst sie sowohl für kurze Zeiträume z. B. zum Ausgleich von Belastungsspitzen einsetzen, als auch über längere Zeiträume z. B. über einen Retainer. Freelancer*innen sind nicht nur flexibel einsetzbar, sie arbeiten in der Regel auch sehr eigenverantwortlich, lösungsorientiert und effizient.

Wenn du Freelance Unterstützung im Website Management suchst, sprich mich gerne an.

Festangestellte*r

Ab einer bestimmten Projektgröße ist es sinnvoll, über eine Inhouse-Besetzung einer oder mehrerer Rollen nachzudenken, weil die Vorteile die Fixkosten einer Festanstellung ggf. überwiegen. Festangestellte arbeiten sich nur einmal ein, sind langfristig in die Team- und technische Infrastruktur deines Unternehmens integriert und bei wichtigen Änderungen direkt verfügbar. Besonders bei Entwickler*innen kann es allerdings vorkommen, dass nicht alle Aufgaben von einer Person abgedeckt werden können, weil verschiedene Spezialisierungen gefragt sind, die in einer Agentur oft breiter verfügbar sind.

Oft wird kombiniert

Da Websites in Projektzyklen bearbeitet werden, z. B. bei Relaunches oder Kampagnen-Starts, fluktuiert der Bedarf an Arbeitsleistung oft stark. Agenturen und Freelancer*innen bieten hier die nötige Flexibilität. Um die Kontinuität und Markenkonsistenz deiner Website trotzdem langfristig zu sichern, kann es zusätzlich sinnvoll sein, eine Person im Bereich Webdesign oder Website Management fest anzustellen.

Fazit: Gezielt beauftragen und Rollenklarheit schaffen

Du musst keine Expertin in Webdesign, Webentwicklung oder Website Management werden. Aber zu wissen, welche Expertise du wann brauchst und welche Fragen du potenziellen Dienstleister*innen und Mitarbeitenden stellen solltest, macht einen großen Unterschied.

Vor allem die Klärung von Arbeitsumfang, Verfügbarkeit und Rollenverständnis ist bei Website Projekten entscheidend. Besonders wenn du eine Kombination aus mehreren Expert*innen wählst, solltest du sicherstellen, dass die Rollenverteilung auch untereinander klar getrennt ist, sodass die Zusammenarbeit für den vereinbarten Zeitraum wirklich gut funktioniert. 

Wenn diese Punkte geklärt sind, kann die Arbeit in und mit interdisziplinären Website-Teams großen Spaß machen und auch den üblichen Belastungen wie Last-Minute-Änderungen und sich ändernden Stakeholder-Prioritäten sehr gut standhalten.

Nicole Steindorf Rentzsch Empaweb by Nicole Profilbild auf der Couch sitzend, Website Erstellung, Website Management, Website Kurse
Nicole Steindorf-Rentzsch

ist Website Projektmanagerin aus Berlin mit einem Hintergrund in Coaching, Personal- und Organisationsentwicklung und Webdesign. Die Kombination aus strukturiertem Denken, einem ausgeprägten Verständnis für zwischenmenschliche Dynamiken und technischem Know-how prägt ihre Arbeit als Projektmanagerin.

Sie unterstützt Unternehmen und Marketing-Teams dabei, Website-Projekte zielgerichtet umzusetzen und effizient mit Stakeholdern und externen Dienstleistern zusammenzuarbeiten.